Katya Tasheva, am Schwarzen Meer in Bulgarien geboren und aufgewachsen, zählt seit fast zwei Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen der Berliner Musikszene. Mit ihrem vielseitigen Gesang – in zehn Sprachen und zwischen bulgarischer Folklore, Jazz, Pop/Rock und experimentellen Klängen – hat sie sich in zahlreichen Bands und Projekten einen Namen gemacht. Ihre künstlerische Bandbreite spiegelt sich in unzähligen Live-Auftritten und Veröffentlichungen wider.
Ihre musikalische Laufbahn begann in den frühen 2000er-Jahren. Von 2006 bis 2011 sang sie im „Bulgarischen Orthodoxen Chor“ sowie bei den „Bulgarian Voices Berlin“ unter der Leitung von Boryana Velichkova. Zwischen 2008 und 2014 sang sie in der Underground-Cumbia-Drum’n’Bass-Band „Sonora Milagrosa“. 2011 schloss sie sich der Band „Rotfront“ an, mit der sie in den folgenden zehn Jahren auf unzähligen Club- und Festivalbühnen in Deutschland und weltweit stand – darunter eine US-Tournee 2018. Ihr Gesang ist auf dem Album „17 Deutsche Tänze“ (2014) zu hören.
Eine besonders enge künstlerische Verbindung pflegt Katya Tasheva mit Yuriy Gurzhy, dem Frontmann von „Rotfront“. Gemeinsam setzen sie sich in verschiedenen Projekten für die Sensibilisierung zum Krieg in der Ukraine ein und bringen jüdisch-ukrainische Musiktraditionen einem breiten Publikum näher. Zu diesen Kooperationen zählen das „Bandura Soundsystem“ (mit Sergiy Fomenko und Ivan Moskalenko), das 2022 beim „World Forum for Democracy“ im Europarat in Straßburg auftrat, sowie „Yuriy Gurzhy and the Jewkranians“ (mit Daria Fomina und Christian David). Mit der Band „The Anti-Dicktators“ (mit Phil Meadley der „Gaslight Troubadours“ und Jon Sevink von „The Levellers“) veröffentlichten sie zwei Singles, deren Erlös der Ukraine zugutekam: „Russian Warship (Go F. Yourself)“ und „Home“.
Von 2020 bis 2022 war sie zudem Teil der Corona-Comedy-Band „Kaminer und die Antikörpers“ mit Vladimir Kaminer, Yuriy Gurzhy und Anna Margolina.
Seit 2011 ist Katya Tasheva Sängerin der Balkanband „Mr. Zarko“, mit der sie auf renommierten Festivals wie dem Rudolstadt Festival (2017), dem Sziget (Ungarn, 2018), dem Pannonica (Polen, 2021) und dem „Spirit of Tengri“ (Kasachstan, 2023) auftrat.
Seit 2016 ist sie Sängerin der Jazzband „Balkan Spirit Ensemble“ (mit Vladimir Karparov /Sax/, Daniel Stawinski /Klavier/, Igor Spalatti /Bass/ und Peter Somos /Schlagzeug/). 2024 erschien das Debütalbum „Balkan Fever“. Das Ensemble gastierte u. a. 2023 beim Chios Music Festival in Griechenland und absolvierte 2025 eine zehntägige Residenz im Culture Center in Suzhou, China.
Seit 2019 arbeitet Katya Tasheva mit dem bulgarischen Komponisten Sibin Vassilev zusammen – als Sängerin und Komponistin von Gesangsmelodien. Ihre Kooperationen sind in Theaterproduktionen des PostTheater zu erleben, darunter „PARAD.ICE“ (2026), „Trojan Horse“ (2024), „Breaking Bread“ (2024), „Fuchsbau“ (2022) und „Sepultour“ (2022). Sie arbeiteten mit und für Komponisten Michael Dübe am Soundtrack für die „SOKO Wismar“-Folge „Nach der Ebbe kommt der Tod“ (2020). 2023 entstanden Musik und Libretto für das Video-Hörstück „Le Cri“ (Theater Wehr51). Zudem veröffentlichten sie die Singles „Unendlichkeit II“ und „Renn Fuchs“.